Enkeltauglich? Die Umverteiler kapern die Generationengerechtigkeit

Die Rente ist auch in diesem Wahlkampfthema. Dabei werden Höhen und Garantien versprochen, dass der heutigen Jugend schon Angst und Bange werden müsste. Doch die Richtung der aktuellen Diskussion über den demografischen Wandel und die Frage wie zukunftsfest unser heutiges Rentensystem wird, ist noch viel alarmierender.

 

Generationengerechtigkeit oder Enkeltauglichkeit – beide Begriffe haben das Potenzial soziale Gerechtigkeit als meist gebrauchten und missbrauchten Kampfbegriff für fast alles in den nächsten Jahren abzulösen. Wie diese Debatten in Zukunft geführt werden, wird heute im kleinen Kreis schon mustergültig geprobt.

 

Das Problem von drückenden Schuldenbergen ist zwar erkannt und auch die Prämisse der gegenseitigen Verantwortung der Generationen wird geteilt, nur die Ergebnisse aus diesen Überlegungen sind heute schon grundverschieden.

 

Generationen-Soli und vergleichbare Vorschläge haben nur sehr bedingt mit der ursprünglichen Idee von Generationgerechtigkeit zu tun. Vielmehr wird versucht unter dem Mäntelchen einer wohlklingenden, neuen Idee im Namen der jungen Generation knallharte Umverteilungspolitik zu fordern. Denn es geht nicht um Altersarmut oder die Frage: Wie können in Zukunft immer weniger Einzahler immer mehr Rentner und Rentnerinnen finanzieren?; die gesamte Diskussion ist lediglich Steigbügelhalter für ein altbekanntes Reichtum besteuern.

 

Die Finalität des demografischen Wandels soll dabei das schaffen, was die Sozialromantik bisher nicht geschafft hat: die altbekannten Gegenargumenten und Problemen oder gar grundsätzlichen Überlegungen zur Steuergerechtigkeit endgültig wegwischen.

 

Es ist die drängende Aufgabe meiner Generation die historische Überarbeitung des Generationenvertrages anzugehen, denn die Vorausberechnung der eigenen Rente ist längst zum Party-Witz bei gegenseitiger Unterbietung mutiert.

 

Die strukturelle Reformen werden hart, sie bedeuten immer Widerstand und Protest. Sie wird auch das Verhältnis zwischen den Generationen auf die Probe stellen, aber die Gesellschaft wird um dieses Problem nicht herum kommen. Selbst ernannte Generationensprecher die heute schon beginnen dieses Anliegen für rauen Umverteilungskampf und Wahlkampf zu missbrauchen, sind dabei das Schlimmste was uns passieren kann.

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